Zahnpflege, Zahnmedizin, Maskottchen

(©Dr. Gerda Kosnar-Dauz)

Zähne müssen geputzt werden, um gesund zu bleiben. Allerdings ist das nicht das einzige Kriterium.

Unter folgenden Umständen kann Karies entstehen:

1. Karies ist eine Infektionskrankheit. Hauptverursacher von Karies ist das säurebildende Bakterium Streptococcus mutans. Die einfachste Art, das Gebiss des eigenen Kindes (möglichst lange) kariesfrei zu halten, ist also, das Kind nicht zu infizieren. Hierfür wiederum ist die wichtigste Voraussetzung, dass das Gebiss der nächsten Bezugspersonen kariesfrei oder zumindest zahnärztlich saniert ist und regelmäßig gepflegt und (2x pro Jahr) zahnärztlich kontrolliert wird. Abschlecken von Löffeln oder Schnullern ist (so weit wie möglich) zu vermeiden. Gemeinsames Benutzen von Zahnbürsten ist ein völliges No-Go.

2. Kariesbakterien brauchen ein Substrat, in dem sie leben können. Der Zahnschmelz selber ist recht glatt, sie leben im Zahnbelag und Zahnstein. Zahnbelag wird durch regelmäßige Zahnpflege (2x pro Tag) entfernt. Zahnstein wird durch regelmäßige zahnärztliche Mundhygiene (1x pro Jahr) entfernt.

3. Kariesbakterien brauchen Nahrung. Sie verstoffwechseln Nahrungsreste, vor allem Zucker und kurzkettige Kohlenhydrate. Stoffwechselendprodukte sind Säuren, die ihrerseits den Zahnschmelz „weich machen“ (entkalzifizieren).

4. Es braucht Zeit, bis wirklich ein Schaden entsteht. Einmal am Abend am Nach-Hause-Weg von Opa und Oma eingeschlafen und ohne Zähne putzen ins Bett verfrachtet macht noch keine Karies.

Folgende Umstände schützen die Zähne:

1. Gesunde Ernährung. Idealerweise (so lange wie möglich) zuckerfrei und ohne Weißmehl.

2. Regelmäßige Zahnpflege (2x pro Tag) entfernt Speisereste (die Nahrung der Kariesbakterien) und Zahnbelag (die Wohnung der Kariesbakterien). Die Dauer der Zahnpflege richtet sich nach der Kooperation des Kindes und nach der Anzahl der Zähne – 2 Schneidezähnchen brauchen keine 3 Minuten!

3. 20 Minuten Abstand zwischen einer Mahlzeit und Zahnpflege. Besonders saure oder süße Nahrungsmittel machen den Zahnschmelz vorrübergehend weich. Wenn sofort danach (mit einer (zu) harten Zahnbürste) geputzt wird, entstehen (mikroskopisch kleine) Kratzer im Zahnschmelz, in denen sich Zahnbelag sammeln kann, der dann erst recht nicht mehr gut weggeputzt werden kann.

4. Gelegenheit zur natürlichen Remineralisation.
Der Zahn braucht einmal am Tag eine Ruhephase, wo er sauber (! – also nach dem Putzen) für mehrere Stunden (idealerweise mindestens vier) im geschlossenen Mund vom Speichel umspült wird. Hierbei werden Mineralstoffe aus dem Speichel in den Schmelz eingelagert. Üblicherweise ist das in der Nacht. Es kann aber auch ein langer Mittagsschlaf sein. Oder ein Vormittag oder Nachmittag, wo davor geputzt und dann für mehrere Stunden nichts gegessen wird. Der Mund sollte geschlossen sein. Also kein Schnuller. Vorsicht, wenn Kinder über einen längeren Zeitraum nachts durch den Mund atmen (bei vergrößerten Gaumenmandeln = „Polypen“ = Adenoide). Dann braucht es erhöhte Achtsamkeit bei der Zahnpflege, weil dem Zahn die Zeit der Remineralisation fehlt.

5. Bei Bedarf zusätzliche Remineralisation durch flourhaltige Zahnpasta. Bei Bedarf bedeutet:

  • Das Kind hat bekanntermaßen ein anfälliges Zahnmaterial.
  • Das Kind isst bereits „Süßzeug“ und lässt sich über mehrere Tage hinweg (zum Beispiel wegen der Zahnung) die Zähne nur sehr ungenau putzen.
  • Das Kind schläft über einen längeren Zeitraum hinweg mit offenem Mund.

Ein paar Worte noch zu Zahnbürste:

Sie können jede handelsübliche Kinderzahnbürste verwenden. Wichtig ist, dass der Bürstenkopf so klein ist, dass Sie die Zahnbürste im Mund des Kindes gut bewegen können, ohne dass es dem Kind unangenehm ist.

Und zu Zahnpasta: Verwenden Sie ausgewiesenen Kinderzahnpasta. Diese fällt unter das Lebensmittelgesetz, kann also theoretisch gegessen werden. Zahnpasta für Erwachsene unterliegt diesen Kriterien nicht!

Und zu Zahnärztin/Zahnarzt: Wählen Sie eine Ärztin, bei der Sie (!) sich wohlfühlen. Wählen Sie eine Ärztin mit Geduld, Einfühlungsvermögen und Erfahrung mit Kindern. Wählen Sie nach Möglichkeit eine speziell als Kinderdentalpraxis ausgewiesene Ordination.

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