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POSTPARTALE DEPRESSION

Postpartales Stimmungstief - Babyblues - Heultage

Postpartale Depression
Postpartale Psychose
Hilfsmaßnahmen
Selbsthilfe
Hilfe durch Partner, Familie und FreundInnen
Prävention

   

Postpartales Stimmungstief - Babyblues - Heultage

Das postpartale Stimmungstief oder auch Baby-Blues (amerikanischer Fachbegriff) bezeichnet ein kurzlebiges Stimmungstief in den ersten 10 Tagen nach der Entbindung, von dem ungefähr 50 bis 80 % aller Mütter betroffen sind.

Einige typische Kennzeichen dieses Stimmungstiefs sind:

 - Traurigkeit und häufiges Weinen

- Empfindsamkeit und Stimmungsschwankungen

- Müdigkeit und Erschöpfung

- Schlaf- und Ruhelosigkeit

- Ängstlichkeit und Reizbarkeit

- …
 

Da es sich beim Baby-Blues um eine zeitlich begrenzte und häufig vorkommende Erscheinung handelt, gilt er als normal und relativ harmlos.



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Postpartale Depression

Wenn die Stimmungsschwankungen und Erschöpfungszustände in den ersten Wochen nach der Entbindung nicht abklingen oder im ersten Lebensjahr des Kindes wieder auftreten und andere Beschwerden hinzukommen, spricht man von einer postpartalen Depression. Typisch ist eine schleichende Entwicklung, die sich folgendermaßen zeigen kann:

- Müdigkeit, Erschöpfung, Energiemangel

- Traurigkeit, häufiges Weinen

- Angst, das Baby nicht gut genug zu versorgen

- mangelndes Selbstvertrauen

- Inneres Leeregefühl

- Konzentrations-, Appetit-, Schlafstörungen

- Ängste, Panikattacken, Zwangsgedanken

- Reizbarkeit

- sozialer Rückzug

- Suizidgedanken

- ambivalente Gefühle dem Kind gegenüber

- psychosomatische Beschwerden, z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, Herzbeschwerden.

- …

Etwa 10% bis 15% aller Mütter sind von diesen Beschwerden betroffen. Leider werden sie meist  nicht ausreichend erkannt und thematisiert. Eine postpartale Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die aber gut behandelt und ausgeheilt werden kann. Je früher fachliche Hilfe aufgesucht wird, desto schneller und erfolgreicher kann die Behandlung verlaufen. Sollte ein Aufenthalt in einer Klinik notwendig werden, bieten in Österreich erst wenige Einrichtungen die gemeinsame Aufnahme von Mutter und Kind an.




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Postpartale Psychose

Sie ist die schwerste Form der nachgeburtlichen Krisen, bei der auch manische und schizophrene Verhaltensweisen auftreten können. Rund 2% aller Mütter können davon innerhalb der ersten 2 Wochen nach der Geburt betroffen sein.

Zu den Ursachen einer postpartalen Psychose geht die Fachwelt von einem multifaktoriellen Ansatz aus: zahlreiche körperliche, hormonelle, biochemische, psychische, soziale und gesellschaftliche Faktoren wirken zusammen und können diese Erkrankung auslösen, bei der eine schnelle professionelle Hilfe notwendig ist. 

Einige der möglichen Symptome: 

- totale Niedergeschlagenheit und Erschöpfung
- Verwirrt bis desorientiert

- Starke Schuldgefühle, keine gute Mutter zu sein

- Wahnvorstellungen
- Entscheidungsschwierigkeiten
- Verlangsamung der Bewegung

- Manchmal auch extrem unruhig und energiegeladen

- Schlafstörungen
- ….




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Hilfsmaßnahmen

Die Prognose der allermeisten seelischen Erkrankungen nach der Geburt ist ausgezeichnet.

Die Zeit bis zur Genesung ist aber für die seelisch kranke Mutter meistens mit einem großen Leiden verbunden. Manche denken sogar daran, aus dem Leben zu gehen - manchmal auch mit ihrem Kind.

Die Hoffnungslosigkeit bestimmt das Leben. Betroffene Frauen können in dieser Situation nicht mehr glauben, dass die Depression bei nahezu 100% aller Betroffenen wieder vollständig abklingt.

Die Hoffnungslosigkeit ist einerseits ein Symptom der Depression. Andererseits wird sie noch genährt durch den Mangel an Aufklärung und den Mangel an kompetenter professioneller Unterstützung auf diesem Problemfeld.


Der einzuschlagende Weg aus der nachgeburtlichen Krise richtet sich nach ihrem Verlauf:

In leichteren Fällen mag es genügen, sich auf Selbsthilfe zu beschränken.

Bei mittelschweren Depressionen kann Selbsthilfe begleitend eingesetzt werden, reicht aber oftmals nicht aus, so dass die Hinzuziehung von Fachleuten anzuraten ist.


Bei einer schweren postpartalen Depression oder gar Psychose ist eine sofortige professionelle Hilfe absolut notwendig.

In einigen Fällen ist auch ein Klinikaufenthalt angezeigt, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen.



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Selbsthilfe

Vieles kann die betroffene Mutter selber oder mit Unterstützung von Angehörigen / Freunden tun, um sich zu stärken:

entlastende Gespräche mit verständnisvollen Menschen suchen (z.B. Stillgruppen) und offen über negative Empfindungen und Ängste reden. 

professionelle Unterstützung in Form von Beratung suchen. 

möglichst viel schlafen, um sich zu erholen, zumindest immer dann, wenn das Kind schläft.

Auf eine ausgewogene Ernährung achten, keinesfalls sollte eine Diät angestrebt werden, um die "alte Figur" wieder zu erhalten. Eine frische und vollwertige Kost wirkt der Erschöpfung entgegen, die für viele Frauen nach der Entbindung ein Grundproblem darstellt. Dabei sind viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt wichtig, um den Blutzuckerhaushalt konstant zu halten. Schwankungen im Zuckerspiegel des Blutes können Reizbarkeit hervorrufen. Zu empfehlen sind kaliumreiche Nahrungsmittel wie Bananen, Tomaten und Orangen.

Körperliche Bewegung, denn viel Bewegung hilft nicht nur einem erschöpften Organismus wieder auf die Beine, sondern dient gleichzeitig dazu, den Zustand der inneren Erstarrung, den eine Depression häufig widerspiegelt, zu lockern. Sport wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus, die Neurotransmitter werden aktiviert und das biochemische Gleichgewicht wird somit schneller wieder ausbalanciert. Spazieren oder schwimmen gehen, Radfahren, Gymnastik oder auch Sauna, auch diverse Formen von Entspannungsübungen, wie z.B. Yoga und Qi Gong. 

Zum Stillen eine realistische Haltung aufbauen, sodass kein Stress damit verbunden wird. Das Beste für das Kind ist immer das, was Eltern aus Liebe und Überzeugung geben - unabhängig davon, ob die Milch aus der Flasche oder aus der Brust kommt. Perfektionismus oder zu hohe Erwartungen sollten abgebaut werden.

 
Vernünftige und erreichbare Ziele, die sich auf das Notwendige beschränken sollen angestrebt werden - ob es sich um die Ordnung im Haushalt, den Umgang mit dem Baby, den eigenen Körper oder irgend etwas anderes handelt.

Auch ein gewisser Abstand zum Baby tut gut. Freiräume für die Mutter sind wichtig, um etwas zu unternehmen - allein, gemeinsam mit dem Partner oder mit FreundInnen.

Der Tag sollte grob eingeteilt und geplant werden. Wichtig ist, diesen Tagesplan offen, realistisch und flexibel zu halten, so dass er auch erfüllbar wird.

Einschneidende Veränderungen wie Umzug, Renovierungen, Hausbau, Berufswechsel, Trennung vom Partner sollten in den ersten Monaten nach der Entbindung vermieden werden. Körper und Seele müssen sich erst auf die neue Situation mit einem Neugeborenen einstellen.  

Wichtig ist vor allem Hilfe jeglicher Art anzunehmen. Viele Menschen legen Hilfsgesuche als persönliches Versagen aus. Meist kommt der Hilfeschrei daher erst mit dem Zusammenbruch und somit zu spät. Es ist aber ganz im Gegenteil ein Zeichen von Stärke, die eigene Situation zu überdenken, sich zu ihr zu bekennen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.




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Hilfe durch Partner, Familie und FreundInnen

Zuwendung: zuhören und die versuchen zu verstehen. Alle negativen Äußerungen und Gefühle sollten ernst genommen und nicht bagatellisiert oder bewertet werden. Ihre Antriebslosigkeit, ihre Hoffnungslosigkeit sind Symptome der Krankheit.

Nicht an das Verantwortungsgefühl der Frau appellieren oder ermahnen, sich zusammenzureißen, das verstärkt das Leid, weil dadurch zusätzliche Schuldgefühle entstehen

Lob und Bestärkung tut gut.

Streitereien sollten vermieden werden, denn eine eventuelle Gereiztheit oder Vorwurfshaltung der Betroffenen sind auch Symptome der Krankheit.

Entlastung bei möglichst vielen Alltagsaufgaben

Ruhe, Erholung und viel Schlaf!

Dennoch sie immer wieder liebevoll zu motivieren, kleinere Aufgaben zu verfolgen.

dem Tag eine gewisse Struktur zu geben, Punkte zu setzen, an denen sie sich "entlang hangeln" kann. Denn jeder Tag mit einer Depression ist qualvoll lang.

Die Erkrankte verwöhnen: ein warmes Bad, ihre Lieblingsmusik, Massage, ein schönes Buch, Spaziergänge, Kinobesuche, Schwimmen gehen, Essen gehen.

Die Hilfe und Betreuung der depressiven Mutter auf möglichst viele Schultern verteilen: Familie, Freunde, Nachbarn. Auch kleine Beiträge, wie Wäsche waschen, mit dem Kind oder den Kindern spazieren gehen, sind bereits sehr hilfreich.

Es besteht die Möglichkeit, eine ärztlich verordnete Haushaltshilfe, Familien- oder Mütterpflegerin in Anspruch zu nehmen. 

Auch Hebammenbesuche über den 10. Tag nach der Entbindung sind möglich.

Für eine gesunde, ausgewogene Ernährung sorgen und immer wieder Zwischenmahlzeiten und Getränke anbieten.

Zeitweilig ist es erforderlich, der Frau wichtige Entscheidungen abzunehmen z.B. Arzt- oder Selbsthilfegruppen-Besuche organisieren und sie dorthin zu begleiten.

Gegebenenfalls ist die Medikamenteneinnahme zu überwachen. Medikamente müssen regelmäßig und nach ärztlicher Vorschrift eingenommen werden, selbst wenn schon eine Besserung eingetreten ist. Auf jeden Fall sollte die Medikation mindestens bis zur völligen Gesundung fortgesetzt werden, besser darüber hinaus, um spätere Rückfälle zu verhüten.

Andeutungen von Selbstmord sollten sehr ernst genommen werden! Eine Selbstmorddrohung ist immer ein Hilfeschrei. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Kind, für das sich die Mutter verantwortlich fühlt, "mitgenommen" wird. Ärztliche und therapeutische Hilfe ist in diesen Fällen zwingend notwendig.

Manchmal ist auch eine stationäre Behandlung unumgänglich, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen. Dazu sollte offen mit der depressiven Frau gesprochen werden. 

Das Auf und Ab gehört zum Heilungsprozess. Selbst wenn die Mutter auf eine Behandlung gut anspricht und ihr Befinden sich schon deutlich gebessert hat, wird sie immer wieder Tiefpunkte durchlaufen, wodurch man sich nicht entmutigen lassen sollte.

Auch Angehörige einer depressiven Mutter sollten das Gespräch mit anderen suchen, um ihre Sorgen, Ängste, ihren Frust auszudrücken. Hilfreich ist der Austausch mit Angehörigen anderer Betroffener.



Prävention

Frauen, die schon zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens unter depressiven Verstimmungen gelitten haben, oder schon einmal eine postpartale Depression hatten, haben ein erhöhtes Risiko wieder daran zu erkranken.  Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 30 – 50 %.

 
Auf alle Fälle die betreuenden Hebammen /Ärztinnen informieren!
Konkrete Überlegungen und Pläne zum Leben nach der Geburt machen.
 
Zu beachtende Punkte:

·        keine großen Unternehmungen planen (z.B. Umzüge)

·        Organisation des Alltags mit dem Baby durchdenken

·        Formen der Unterstützung organisieren (Familie, Freunde, Haushaltshilfen…)

·        Hausgeburt oder Geburtshausgeburt kann positiv sein, weil hier die Geburt selbstbestimmter erlebt wird

·        positiv unterstützende Hebamme / Gynäkologin suchen, die auch Zeit für Gespräche nach der Geburt haben



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